Wie bereite ich mich auf eine Hauptuntersuchung vor?

Viele Leute haben eine regelrechte Angst vor der Hauptuntersuchung. Was kommt hier auf mich zu? Kann ich den Prüfer unterstützen? Was will der Prüfer eigentlich von mir? 

 

Diese Angst möchte ich den betreffenden etwas nehmen und euch dazu im folgenden den Ablauf einer Hauptuntersuchung beschreiben.

 

Wenn ihr zu eurer örtlichen Prüfstelle kommt, benötigt die freundliche Dame oder der freundliche Herr an der Annahme zuerst euren Fahrzeugschein, um den Prüfauftrag anlegen zu können. Daher ist es ratsam, diesen bereits griffbereit zu haben.

 

Nachdem ihr diese erste Hürde überwunden habt, wird ein Prüfer euer Auto genauer unter die Lupe nehmen. Die Reihenfolge der Prüfungen variiert hier von Prüfstelle zu Prüfstelle. Folgend beschreibe ich euch den Prüfablauf, wie er bei uns an der Prüfstelle stattfindet.

 

Der Prüfer ruft euch auf und bittet euch, das Fahrzeug in die Halle zu fahren. Er wird euch dabei einweisen. Da ihr ja sowieso schon im Auto sitzt, könnt ihr auch gleich etwas nützliches tun und die Lichter durchschalten. Auch hier bekommt ihr wieder erklärt, welches Licht ihr wann einschalten sollt. Wenn ihr unsicher seid, helfen euch die Prüfer gern den ein oder anderen Schalter zu finden.

 

Sind die Lichter erfolgreich geprüft, dürft ihr das Fahrzeug verlassen und dem Prüfer nun auf die Finger schauen, dass er seine Arbeit richtig macht. Ihr dürft ihn gern mit Fragen löchern, die wenigsten werden sich dagegen wehren.

 

Nach einem Blick in die Motorhaube mit Kontrolle von Bremsflüssigkeitsstand, Trockenheit des Motors, Marderbissen, der Fahrgestellnummer und anderen Kleinigkeiten, wird das Fahrzeug auf der Hebebühne angehoben. In einem ersten Rundgang um das Fahrzeug widmet sich der Prüfer dem Zustand und der Zulässigkeit von Rädern, Reifen, Bremsen, Bremsschläuchen, Federn und Achskomponenten.

 

Anschließend wird das Auto von unten begutachtet. Traggelenke, Stabilisator, Abgasanlage und Radaufhängungen werden überprüft und der Unterboden auf Rostlöcher gecheckt.

 

Nachdem dann das Fahrzeug wieder auf seinen eigenen Füßen steht, fährt der Prüfer in den Bremsenprüfstand. Falls euer Auto im Jahr 2006 oder später das erste mal zugelassen wurde, schließt der Prüfer noch einen orangen Kasten an die OBD Schnittstelle an. Hierbei handelt es sich um den HU Adapter. Dieser überprüt die Funktion von ESP, Airbagsteuergerät und allen anderen sicherheitsrelevanten Elektronikbauteilen. Auch wird damit der hydraulische Druck im Bremssystem aufgenommen um hochzurechnen, ob euer Fahrzeug eine ausreichende Bremskraft aufbringt.

 

Ist auch dies überstanden folgt die Abgasuntersuchung. Hier kommt es wieder auf die Erstzulassung des Fahrzeuges an. Ist diese vor 2002 wird beim Benziner eine Endrohrmessung bei erhöhter Leerlaufdrehzahl durchgeführt. Beim Diesel wird die gefürchtete Gasstoßmessung der Rußpartikeltrübung angewandt. Bei Erstzulassung von 2002 bis 2005 wird zusätzlich noch die Motorelektronik auf Fehler überprüft. Bei Fahrzeugen ab Baujahr 2006 wird nur diese Elektronikprüfung durchgeführt.

 

Wenn bis hierhin alles gut gelaufen ist, erhaltet ihr jetzt eure neue HU Plakette und einen Stempel in euren Fahrzeugschein. Der Prüfer händigt euch den Bericht aus und wünscht einen schönen Tag.

 

Sollten allerdings Mängel gefunden werden, ist das erstmal kein Problem. Ihr bekommt vom Prüfer einen Mängelbericht und habt dann einen Monat Zeit um die Mängel zu beheben und das Fahrzeug nochmal zur Nachkontrolle vorzuführen. 

 

 

Aber wie bereitet ihr euch am besten auf dieses Procedere vor?

 

Wenn man das Fahrzeug nicht vorher in eine Werkstatt zum checken geben möchte, kann man trotzdem daheim die ein oder andere Sache kontrollieren.

 

- Lichter kontrollieren. Schnell eine zweite Person schnappen und die Lichter durchschalten lassen. Eine Lampe, die vielleicht sonst zum durchfallen führt, ist schnell gewechselt.

 

- Kontrolllampen im Display. Falls im Display eine Kontrolllampe von Airbag, Motorsteuerung oder ähnlichem leuchtet, schnell vorher in die Werkstatt und Fehlerspeicher auslesen lassen. Oftmals haben diese Fehler nur eine kleine Ursache, führen aber zum nichtbestehen der Hauptuntersuchung.

 

- ABE's vorbereiten. Falls ihr Nachrüstfelgen oder andere Teile verbaut habt, haltet die ABE's bereit. Muss noch ein Teil eingetragen werden? Dann vorher einen Termin ausmachen.

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